Yahoo-CEO Jim Lanzone will die Startseite des Internets wieder relevant machen
TL;DR
Yahoo ist wieder ein unabhängiges, privat geführtes Unternehmen – nach Jahren bei Verizon und diversen Umstrukturierungen. CEO Jim Lanzone nennt den Deal, bei dem Yahoo Google für die eigene Suche bezahlte, selbst 'Yahoos Erbsünde'. Yahoo Finance und Yahoo Sports sind heute die tragenden Säulen – und Yahoo Mail wächst überraschend stark bei Gen Z. Das Unternehmen ist laut Lanzone profitabel und wächst, bleibt aber bei der Suche auf Platz drei hinter Google und Bing.
Nauti's Take
Die Geschichte klingt nach einem dieser 'comeback kid'-Narrative, die Techmedien lieben – aber man sollte vorsichtig sein. Yahoo Finance und Sports sind echte, profitable Produkte, kein nostalgisches Wunschdenken.
Dass Gen Z Yahoo Mail nutzt, ist bizarr genug, um wahr zu sein. Die KI-Suche aber ist der kritische Punkt: Hier hat Yahoo keine strukturellen Vorteile gegenüber Google oder Perplexity, und Platz drei in der Suche ist kein Fundament, sondern ein Risiko.
Lanzone klingt smart und nüchtern – aber 'profitabel und wachsend' bedeutet noch lange nicht, dass Yahoo die nächste Plattformwelle reitet.
Einordnunganzeigen
Yahoo ist kein Relikt – es ist ein Testfall dafür, ob etablierte Web-Marken im KI-Zeitalter noch relevant sein können. Mit Hunderten Millionen Nutzern in Finance und Sports hat das Unternehmen echte Reichweite, aber die Suchmaschinen-Position bleibt strukturell schwach. Die KI-Suche ist Yahoos nächste Wette – und sie kommt in einem Moment, wo Google, Perplexity und andere den Markt neu definieren.
Ob Yahoo diesmal nicht zu spät dran ist, wird sich zeigen.