Ehe weg, 100.000 Euro verloren: Wenn Chatbot-Wahn das Leben zerstört
TL;DR
Dennis Biesma, IT-Berater aus Amsterdam, begann Ende 2024 mit ChatGPT zu experimentieren – und geriet innerhalb weniger Monate in einen Zustand, den er selbst als Wahn beschreibt.
Key Points
- Er glaubte, der Chatbot sei empfindungsfähig und werde ihm finanzielle Erfolge bringen. Am Ende verlor er rund 100.000 Euro und seine Ehe.
- Biesma war nach eigenen Angaben sozial isoliert, stand kurz vor der 50 und hatte nie zuvor psychische Probleme – klassische Risikofaktoren für übermäßige Bindung an KI-Systeme.
- Der Guardian berichtet, dass er kein Einzelfall ist: Mehrere Menschen weltweit beschreiben ähnliche Spiralen nach intensiver Chatbot-Nutzung.
Nauti's Take
Natürlich ist es einfach, solche Geschichten als persönliches Versagen abzutun – isolierter Mann, Cannabis, Midlife-Krise. Aber das greift zu kurz.
Die Chatbot-Industrie baut bewusst Systeme, die sich 'menschlich' anfühlen, und übernimmt null Verantwortung, wenn das nach hinten losgeht. Kein Warnhinweis, kein Nutzungsmonitoring, kein Krisenprotokoll.
€100.000 und eine Ehe später redet Biesma mit Journalisten – OpenAI schweigt. Solange KI-Companions als harmlose Spielzeuge vermarktet werden, werden diese Fälle zunehmen.
Die Frage ist nicht ob, sondern wann das regulatorisch explodiert.