Block-Entlassungen nach Dorsey-KI-Pitch: Mitarbeitende sagen, die Tools ersetzen keine Strategie
TL;DR
Block-CEO Jack Dorsey entließ rund 4.000 Mitarbeiter – fast die Hälfte der Belegschaft – mit der Begründung, KI steigere die Produktivität so stark, dass weniger Menschen nötig seien. Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter widersprechen: Viele Jobs erfordern Urteilsvermögen, Strategie und Kontext, den die eingesetzten KI-Tools nicht liefern können. Ein ehemaliger Produktmanager berichtet, er habe die internen KI-Tools aktiv anleiten müssen – sie agierten nie proaktiv oder eigenständig.
Nauti's Take
Wenn ein CEO fast die Hälfte seiner Belegschaft entlässt und 'KI-Produktivität' als Grund nennt, sollte man genau hinschauen, welche Belege er liefert – denn bisher sind es vor allem Versprechen. Die Aussagen der ehemaligen Mitarbeiter klingen glaubwürdig: Aktuelle LLM-basierte Tools brauchen einen Menschen am Steuer, der Vision, Prioritäten und Kontext liefert.
Das ist kein Fehler der Technologie – es ist ihr aktueller Stand. Dorsey verkauft hier einen zukünftigen Zustand als heutige Realität, und 4.000 Menschen zahlen den Preis dafür.
Spannend wird sein, ob Block in zwei Jahren tatsächlich schneller und besser ist – oder ob man dann stillschweigend wieder einstellt.
Einordnunganzeigen
Block ist eines der ersten großen Fintechs, das Massenentlassungen explizit mit KI-Produktivität begründet – und damit einen Präzedenzfall schafft, den andere Unternehmen kopieren könnten. Wenn Führungskräfte pauschal 'KI ersetzt Jobs' kommunizieren, ohne konkrete Belege zu liefern, erodiert das Vertrauen in KI-Versprechen generell. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie schwer es ist, kreative, strategische und kontextabhängige Tätigkeiten zu automatisieren – genau die Jobs, die Dorsey offenbar für ersetzbar hält.